Wie sehen die Orte aus, an denen Kinder und Jugendliche lernen und sich täglich begegnen? Studierende der Fachhochschule Potsdam haben sich unter der Leitung von Prof. Wiebke Loeper über zwei Semester hinweg fotografisch mit der Walter-Gropius-Schule in Neukölln beschäftigt. In einem künstlerischen Forschungsprojekt untersuchten sie die Bedeutung von Architektur für Bildung und Gemeinschaft – und welchen Wert Schulgebäude der Nachkriegsmoderne heute für ihre Nutzer*innen haben.
Die Gropiusstadt wurde von dem Bauhaus-Gründer und Architekten Walter Gropius in den 1960er-Jahren als Großsiedlung im Südosten Berlins geplant. In ihrer Mitte befindet sich die Walter-Gropius-Schule, eine nach innovativsten pädagogischen Überlegungen geplante „Pavillon-Schule“ mit klug gegliederten Klassenhäusern, Werkstätten, Freiflächen und Sportanlagen. Die denkmalgeschützte Gemeinschaftsschule befindet sich heute in einem heruntergekommenen Zustand. Die Siedlung Gropiusstadt entstand, um modernen Wohnraum für viele Menschen zu schaffen. Auch heute ist das Wohnungsproblem in Berlin keinesfalls gelöst, Schulen sind oft in einem sehr schlechten Zustand. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?
Das Ausstellungsprojekt entwickelte sich in Zusammenarbeit mit dem engagierten Direktor der Schule, Lars Neumann, um auf die dringend notwendige Sanierung des pädagogisch und architektonisch bedeutenden Gebäudes aufmerksam zu machen. Es werden die Ergebnisse von Studierenden präsentiert, die im Rahmen eines Seminars über zwei Semester hinweg gemeinsam recherchiert, vor Ort Fragen gestellt, Ideen entwickelt, fotografiert und gefilmt haben.
Mit Arbeiten von Annalu Grunwald, Elizaveta Mironova, Hanna Hauten, Isabelle Marten, Iuliia Krasnoperova, Jan Schlieben, KimLi Kaya Balzer, Louise Bianchi, Marina Ortega Velaz, Martin Zerr, Mathilda Fee Sánchez, Mia Cordes, Michaela Unterweger, Monique Petermann, Paulina Deutmeyer, Sebastian Rist, Sudi Kujack


Projektleitung:
Friederike Holländer, Leiterin Bildung und Vermittlung, Bauhaus-Archiv Berlin
Nina Wiedemeyer, Kuratorin Sammlung Architektur, Bauhaus-Archiv Berlin
Wiebke Loeper, Professorin für Fotografie, Fachhochschule Potsdam
Monique Petermann, Tutorin, Fachhochschule Potsdam






Was sind in Zeiten von Hyperintelligenz, Kriegen und Klimakrise die Themen, die wir fotografisch bearbeiten wollen? Wie können wir mit Fotografie die Welt, in der wir leben, erforschen, untersuchen und Neues herausfinden? Wie können wir fremde und eigene Geschichten erzählen, Wissen vermehren, Dinge in Frage stellen, Erfahrungen teilen und oder gegenseitiges Verständnis wecken? Von der Schockstarre im Oderbruch nach dem Fischsterben über Erzählungen aus der Nachbarschaft bis hin zu utopischen Fragestellungen der Freiheit, Gemeinschaft und unserer Verantwortung für den Planeten nähern sich die Studierenden bildnerisch den unterschiedlichen Themenkomplexen mit je eigenen Mitteln und Zugängen. Drängende Gegenwart – Fotografie als Forschungsinstrument reflektiert die massiven gesellschaftlichen und sozialen Umbrüche und Herausforderungen, die durch das Zusammentreffen vielfältiger Krisen geprägt werden. Ausgestellt werden fotografische Arbeiten von Studierenden, die sich im Rahmen einer Lehrveranstaltung bei Prof. Wiebke Loeper den vergangenen zwei Semestern mit dem titelgebenden Thema künstlerisch auseinandergesetzt haben.



























Design Magazine N° 284, Jul/Aug 2019, S. 56-62, „Ich wollte keine Rückschau.“

















