zu eigen

aus der Serie “zu eigen”, # 01 M8, 55 × 45 cm, Pigmentdruck, Auflage 3 + 1 AP

“Es ist kein Zufall, dass Wiebke Loeper für die Bilder ihrer neuen fotografischen Serie den Titel “zu eigen” gewählt hat. Er erzählt von einer spezifischen Aneignung des städtischen Umgebungsraums gleichermaßen wie von einem Erstaunen über die Ungeordnetheit nur vordergründig geschlossener und ausformulierter baulicher Erscheinungen…” (aus der Eröffnungsrede von Maren Lübke Tidow zur Ausstellung “Lost in Space” mit Susanne Lorenz, Galerie cubus-m, Berlin 2015)

Welcome home

aus der Serie “Welcome home”, #23 Feuer, 56×48 cm, Pigmentdruck auf Barytpapier, Auflage 3+1 AP

Loeper untersucht anhand von Werbeanzeigen von Immobilienmaklern, wie Träume und Hoffnungen fabriziert werden und inspiziert in der gleichen Stadt heimlich mit ihrer Kamera die entsprechende Realität. Wie häufig in ihren Arbeiten setzt sie die gefundenen Fotos in Relation zu ihrer eigenen fotografischen Arbeit.
(Text: Zaia Alexander , Villa Aurora, Pacific Palisades, Los Angeles 2006)

An die Schwestern des Carl Möglin

aus der Serie “An die Schwestern des Carl Möglin”, Wismar 2005, C-Prints, Diasec Sandwich, 60 × 80 cm, Auflage von 5 + 2 AP

„In ihrer Installation bezieht sich Wiebke Loeper auf Carl Möglin, der Wismar 1854 als Schiffsjunge mit dem Ziel Australien verliess. Nachdem er dort auf Gold gestoßen war und ein Vermögen gemacht hatte, holte er seine unverheirateten Schwestern nach, ihrer Heimatstadt durch Korrespondenz und Geschenke verbunden blieben. In einer fiktiven Antwort berichtet Loeper nun in ihren Farbfotografien vom heutigen Wismar und von den durch die politischen Prozesse der Wiedervereinigung herbeigeführten Veränderungen. In einer zweiten Betrachtungsebene handelt die Arbeit allgemein von Verlust und Hoffnung.“ (aus dem Text von Thomas Weski für „Darstellung/Vorstellung“, Katalog zur Ausstellung, Verlag der Buchhandlung König, IFA, Köln 2007)

Mitte, Berlin

aus der Serie “Mitte, Berlin”, 2003/2004, C-Print, 45×55 cm

Immer wieder starten die Erkundungen der in Ostberlin aufgewachsenen Fotografin Wiebke Loeper mit autobiographischen Fragestellungen. In der Serie “Mitte, Berlin“ befragt die Fotografin ihr nächstes Umfeld.
Stadt und Individuum scheinen sich im Schwebezustand der Möglichkeiten zu befinden.
(Text: Holger Marquardt, Galerie cubus-m)

Gold und Silber lieb ich sehr

Installationsansicht in der Ausstellungssicht “Zurück nach morgen” mit Yvon Chabrowski, Dominique Gonzalez-Foerster, Inken Reinert, Anri Sala, Michaela Schweiger, Maya Schweizer, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Deutschland

Wiebke Loeper fand im Haus ihrer Großeltern einen Schrank voller Zettel, Briefumschläge, Briefe, Postkarten, Kalenderblätter, Buchseiten, Servietten, Backpapiertüten, Zeitungsausschnitte und andere Papierunterlagen, die alle mit handschriftlichen Notizen ihrer Großmutter versehen waren. Die Künstlerin dokumentiert in ihren Fotografien poetische, ja sogar humorvolle Spuren der Einsamkeit, des Erinnerns und des Vergessens. Gold und Silber lieb ich sehr – eine Liebeserklärung an Annelise Loeper, schreibt Ulrich Domröse in seinem Text zum Buch.
(Text: Petra Rietz zur Ausstellung im Salon für Zeitgenössische Fotokunst)

Link zum Buch

Hello from Bloomer. Viele Grüße aus Wismar

16 C-Prints 60×80 cm, gerahmt, Auflage 7+1 AP, 8 Texte, Buch und VHS-Video (Loop 5 min)

Pommern. Der Hof in Eschenriege und Onkel Boeses Hof in Klingbeck liegen nicht weit auseinander. Eine Familie – nur eben über die Furt. Zwei Jungs werden geboren, Willy und Willi. Mit 16 Jahren lernen beide in Neustettin den Beruf des Fleischers und verlassen bald darauf Pommern. Der Eine geht in der Weltwirtschaftskrise nach Amerika, der Andere flüchtet während des Krieges in die spätere DDR. Eine Familie – nur eben über den Ozean?

Schon als Enkelin lauschte Wiebke Loeper gespannt ihrem Großvater Willi, wenn dieser Kindheitsgeschichten vom Hof und Familienbetrieb in Eschenriege erzählt. Und davon, dass es auch einen Onkel Willy in Amerika gab…
1999 macht sie sich als Fotografin auf den Weg zu Willys Familie in die USA, 2000 fotografiert sie in der (ehemaligen) DDR bei ihrem über 80jährigen Großvater. Loeper will Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Kontinenten und im Lebensweg der beiden verwandten Männer auf die Spur kommen. Sie interessiert das Wissen dieser Generation im Vergleich zu ihrer eigenen. In Wisconsin war es ihr noch möglich, das Handwerk der beiden zu dokumentieren.

Zurück in Deutschland sammelt und arrangiert Wiebke Loeper im Buch gesammeltes Bildmaterial aus den Alben und Nachlässen beider Familien und ergänzt durch eigene Aufnahmen.
Die entstandene Ausstellung zeigt die Ergebnisse ihrer fotografischen Besuche bei Willy und Willi. Sie untersucht sowohl den handwerklich geprägten Berufsalltags beider Fleischer, als auch den privaten Raum. Die Bilder beider Familien vermischen sich und die Besucher müssen sich selbst orientieren und vergleichen, um die Geschichte subtil lesen zu können.